Deutscher Herbst und Kontaktsperregesetz
Überblick
- Zeitraum
- Kategorie
- Gesetzgebung und Grundrechtseingriff
- Ort und Geltungsraum
- Gesamtstaatlich/landesweit, Bundesrepublik Deutschland
- Schlagwörter
- RAF, Deutscher Herbst, Kontaktsperregesetz, Verteidigerkontakt, Terrorismusbekämpfung
Sachverhalt
Die RAF ermordete 1977 Generalbundesanwalt Siegfried Buback, den Bankier Jürgen Ponto und den entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer; palästinensische Verbündete entführten die Lufthansa-Maschine „Landshut“ und ermordeten den Piloten Jürgen Schumann. Der Bundestag beschloss am 29. September das Kontaktsperregesetz, das in einer akuten Gefahr auch Kontakte inhaftierter Beschuldigter zu ihren Verteidigern unterbrechen konnte.
Historische und juristische Einordnung
Der Staat musste Leben schützen und eine terroristische Erpressungslage bewältigen. Der Ausschluss des Verteidigerkontakts berührte zugleich ein zentrales Element fairer Verfahren; besonders problematisch war, dass das Gesetz eine bereits seit dem 6. September praktizierte Kontaktsperre nachträglich auf eine ausdrückliche Grundlage stellte.
Quellen und Nachweise
- Deutscher Bundestag: Kontaktsperregesetz 1977 (Deutscher Bundestag)
- Bundesarchiv: Befreiung der „Landshut“ (Bundesarchiv)